Geschichte unter Strom

Berlin wird New Elektropolis

Geschichte ist Zukunft.

Und Gegenwart wird erlebbar.

Von der Werkstatt Siemens & Halskes über die Ausgrabungen am Molkenmarkt bis zur modernen NEW ELEKTROPOLIS: Erlebe die elektrisierende Geschichte Berlins von ihren Anfängen bis in die Zukunft.Viele erfolgreiche Ideen, aus denen die moderne Elektrotechnik  wurde, kamen aus Deutschland — und ein Gutteil davon aus Berlin. Das wollen wir in der Zukunft erlebbar machen.

Das Vorhaben

ELEKTROPOLIS gestern, heute und morgen.

Was am Molkenmarkt zum
Vorschein kam.

Bei den Ausgrabungsarbeiten um den Molkenmarkt wurden Überreste der Centralstation Spandauer Straße freigelegt:
Hinter dem Roten Rathaus befindet sich mit den Grundmauern eines der ältesten Kraftwerke Berlins ein wichtiges Zeugnis
der Berliner Industriegeschichte. In Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin wurde der Fund dokumentiert und ausgewertet.

Weitere Infos zur Ausgrabung, wie z. B. eine 3D Dokumentation des E-Werks, findest du auf der Seite des Landesdenkmalamt Berlin oder direkt hier im Video.

Eine Sammlung sucht Zukunft,
ein Quartier entsteht.

Aus der Gerätesammlung der Bewag entstand durch die engagierte 
Arbeit des Vereins „Energie-Museum Berlin, Förderkreis der Sammlung historischer Anlagenteile und Geräte aus der Technik der Strom- und Wärmeversorgung Berlins e.V.“ das Energiemuseum Berlin, das über 24 Jahre bis vor Kurzem in der Teltowkanalstraße in Lankwitz beheimatet war. Das bisher genutzte Gebäude steht nun leider
nicht mehr zur Verfügung.

Aus diesem „Verlust“ entsteht ein neues Vorhaben mit zwei Zielen, die zusammengehören: Das historische E-Werk hinter dem Roten Rathaus als Zeitzeugnis / „Archäologisches Fenster“ nachhaltig zugänglich und erlebbar zu machen und dem einzigartigen Energie Museum Berlin über die Transformation zu einem modernen Hightech Bildungserlebnis der neuesten Generation eine neue Heimat und Zukunft zu geben. (NEW) ELEKTROPOLIS BERLIN entsteht.

Die ersten Exponate

Sechs Objekte aus der Berliner Energiegeschichte, gezeigt in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt Berlin.

Rechenscheibe zum Brennkalender 
für die Straßenbeleuchtung in Berlin

Rechenscheibe zum Brennkalender 
für die Straßenbeleuchtung in Berlin

Der Berliner Magistrat vereinbarte mit den Betreibern der Straßenbeleuchtung eine feste Stundenanzahl für die Brenndauer der Straßenbeleuchtung. Bis heute gibt es in Berlin neben der elektrischen Beleuchtung die Beleuchtung mit Gaslaternen.

Die ausgestellte Rechenscheibe dient zur Verteilung einer Gesamtbrenndauer von 3.813 Stunden über das Jahr. Die äußere Skala zeigt jeden einzelnen Tag des Jahres, für die dunkleren Monate gedehnt, für die helleren Monate gestaucht. Auf der drehbaren Scheibe sind die Brennstunden gleichmäßig verteilt. Dadurch kann die Brenndauer für jeden einzelnen Tag abgelesen werden. Auch Summen und Differenzen für z. B. Abschlagszahlungen können ermittelt werden.

Da der Sonnenaufgang und Sonnenuntergang am selben Datum
in unterschiedlichen Jahren zeitlich schwankt wurden die exakten Schaltzeiten in einem astronomischen Brennkalender für das jeweilige Jahr festgelegt.

Material:
Holz, Metall
Abmessungen:
32cm x 35,5cm x 13,5cm
Zeit:
um 1900
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM

Synchroskop Weston

Synchroskop Weston

1897 wurde mit dem Kraftwerk Oberspree in Berlin Deutschlands erstes Drehstromkraftwerk in Betrieb genommen. Drehstromgeneratoren im selben Netz müssen synchron laufen.

Das Synchroskop ermöglicht das Synchronisieren der Generatoren. Bei diesem Instrument wird die Skala von hinten durch eine Glühlampe beleuchtet. Davor läuft ein Zeiger, dessen Schatten sich auf der Skala abzeichnet. Er hat dieselbe Breite wie die Markierung zwischen „LANGSAM“ und „SCHNELL“. Bei hergestellter Synchronität ist auf der Skala ein senkrechter durchgehender schwarzer Strich zu sehen.

Die Weston Electrical Instrument Company wurde 1888 in Newark, New Jersey gegründet und hatte eine Niederlassung in Berlin.

Material:
Holz, Glas, Metall, Kunststoff
Abmessungen:
32cm x 35,5cm x 13,5cm
Zeit:
um 1900
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM

Präzisionsvoltmeter Siemens & Halske

Präzisionsvoltmeter Siemens & Halske

Mit Voltmetern wird die elektrische Spannung gemessen.
Sie werden parallel zum zu messenden Bauteil geschaltet.

Es handelt sich hier um ein Prazisionsvoltmeter mit einem Messbereich von 0V bis 150V für genaueste Messungen.
Der Spiegel in der Skala ermöglicht es, den Zeiger mit seinem Spiegelbild in Deckung zu bringen und so exakt abzulesen.

Material:
Holz, Glas, Metall, Kunststoff
Abmessungen:
23cm x 9,5cm x 22,5cm
Zeit:
um 1910
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM

Amperemeter AEG

Amperemeter AEG

Mit Amperemetern wird der Elektrische Strom gemessen. Das Messgerät wird in den Stromkreis in Reihe mit dem zu messenden Bauteil geschaltet. Das ausgestellte Gerät hat einen Messbereich von 0A bis 10A bei Anschluss an die mittlere Klemme. An der rechten Klemme können Ströme von 0A bis 1A gemessen werden.

Das Logo der AEG auf dem Zifferblatt ist ein Entwurf von Peter Behrens und wurde ab 1908 verwendet, ab 1912 wurde das Logo wieder verändert.

Interessant sind die mit gelbem und rotem Kunststoff (PVC oder PE) isolierten Drähte auf der rechten Seite. Diese Isolierwerkstoffe waren erst ab den 60er Jahren allgemein üblich. Es lässt sich also vermuten, dass dieses Messgerät bis mindestens in diese Zeit genutzt worden ist.

Material:
Holz, Glas, Metall, Kunststoff
Abmessungen:
18,5cm x 21cm x 12cm
Zeit:
zwischen 1908 und 1912
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM

Festschrift zum 25-Jährigen Bestehen der Berliner Elektricitäts-Werke

Festschrift zum 25-Jährigen Bestehen der Berliner Elektricitäts-Werke

1909 feiern die BEW ihr 25-jähriges Bestehen. In dieser Festschrift wird auf 40 Seiten die stürmische Entwicklung der Elektrizitätsversorgung Berlins in diesem Zeitraum geschildert. 27 Tafeln mit Fotografien und Diagrammen ergänzen den Text.

Besonders interessant ist das Diagramm „Jährlich verkaufte Energie in Kwstd“ mit der Entwicklung des Stromverbrauchs ab dem 15. August 1890 bis 1908. Für das Jahr 1907/08 werden etwas über 150 Millionen Kilowattstunden angegeben. Das sind 0,15 Terrawattstunden. Stromnetz Berlin gibt den gesamten Stromverbrauch für 2024 mit 12,3 TWh an. Hier klicken für einen Blick in die Festschrift.

Material:
Papier, Pappe, Leinen
Abmessungen:
38cm x 33cm
Zeit:
1909
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM

Festschrift zum 25-Jährigen Bestehen der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft

Festschrift zum 25-Jährigen Bestehen der Allgemeinen Elektricitäts-Gesellschaft

Zum 25. Jubiläum der AEG gestaltete Peter Behrens (1868 – 1940) diese repräsentative Festschrift. Die auf der Vorderseite eingelassene Metallplakette stammt von Rudolf Bosselt (1871 – 1938). Auf 127 Seiten stellt die AEG ihre Entwicklung ab der Gründung dar. 41 Heliogravuren ergänzen den Text. Hier klicken für einen Blick in die Festschrift.

Material:
Papier, Pappe, Leinen, Metall
Abmessungen:
38cm x 33cm
Zeit:
1908
Sammlung:
NEW ELEKTROPOLIS MUSEUM